Umweltschutz fängt vor der Haustür an - Eine bunte Wiese für Holthausen

Genau wie jeder Privathaushalt müssen sich auch Unternehmen in diesen Tagen die Frage stellen: Wie umweltfreundlich agieren wir eigentlich? Gehen wir im Alltag achtsam genug mit den Ressourcen um? Kann man noch mehr tun? Wir bei der hwg haben uns diese Fragen gestellt. Und auch wenn wir noch längst nicht alle Ideen umgesetzt und Möglichkeiten ausgeschöpft haben, so ist doch klar zu sehen: Wir haben begonnen, Dinge zu ändern.

Als Wohnungsgenossenschaft haben wir einen großen Vorteil: Wir verfügen über große Grünflächen und können darüber entscheiden, wie wir diese nutzen. Das hat uns die Gelegenheit gegeben, in Holthausen Hattingens größtes privates Naturschutzprojekt ins Leben zu rufen.

Auf einer Fläche von fast vier Hektar (genau 38.000 Quadratmeter oder fünfeinhalb Fußballfelder) lassen wir eine Wildwiese anlegen. Jahrzehntelang wurde hier geackert, Gerste, Mais, Weizen und anderes angebaut. Jetzt sollen nicht mehr Körner die Ernte sein, sondern Insekten. Direkt nördlich zum Schlangenbusch werden in Zukunft Kräuter und Gräser, die typisch für Wiesen in Nordwestdeutschland sind, blühen und wachsen. Und diese werden Bienen, Hummeln, Schmetterlingen, Heuschrecken und vielen anderen Insekten Nahrung bieten und so dafür sorgen, dass sie wieder zahlreicher zu beobachten sind.

Erika Müller-Finkenstein, Vorstand der hwg: „Durch die Anlage von blühenden Wiesen in unseren Siedlungen haben wir erste gute Erfahrungen gemacht. Die neue Blühwiese in Holthausen ist für uns ein weiterer, großer Schritt für mehr Artenvielfalt. “

„Das Insektensterben ist ein großes Problem für die Menschheit, denn ohne Insekten brechen unsere Lebensgrundlagen wie sauberes Wasser, fruchtbarer Boden und saubere Luft weg. Es wird höchste Zeit, dagegen etwas zu unternehmen und das geht nur mit mehr Naturschutz in der Fläche“, soThomas Griesohn-Pflieger, der von Seiten des NABU in Hattingen das Projekt der hwg begleitet.

Der Standort ist ideal: Die Fläche, auf der die „Kämpchenwiese“ wächst, gehört der hwg, grenzt an das Naturschutzgebiet „Sprockhöveler Bachtal“ und bildet so einen Puffer zwischen Siedlungsgebiet und Naturschutzgebiet. Ergänzt wird die ausgesäte Wiese, die erst in etwa drei, vier Jahren ihre Wirkung entfalten wird, schon jetzt durch einen Blühstreifen von etwa 400 Metern Länge und fünf Metern Breite, der bereits bunt von Blüten ist und so als „Soforthilfe“ Nektar und Pollen für Wildbienen, Käfer, Schwebfliegen, Schmetterlinge und andere Insekten bietet.