Blütenwunder in Holthausen

Der Nabu Hattingen berichtet von der Blühwiese in Holthausen:

Spaziergänger machen einen Umweg, Wanderer reiben sich die Augen und Naturfreunde geraten ins Schwärmen. In Holthausen blüht zur Zeit eine Wiese, wie sie in kaum einem deutschen Urlaubsgebiet zu finden ist.

Margeriten und Wiesenpippau breiten zu hunderten oder tausenden ihren Blüten nach dem Stand der Sonne aus. In der unteren Etage beginnt der Rotklee zu blühen. Und Rote und Weiße Lichtnelke sind die nächsten die ihre Knospen entfalten. Wiesen-Flockenblume, Schafgarbe, Färber-Hundskamille, Wilde Möhre, Glockenblume und viele andere gehören auch zu dem Wunder, das in Holthausen viele Menschen begeistert.

„Es ist nicht nur Vielfalt der Blüten, sondern auch die große Fläche, die diesen fantastischen Anblick erzeugt. Immerhin rund vier Hektar hat die hwg für diese Blühwiese zur Verfügung gestellt“, erklärt Thomas Griesohn-Pflieger vom Hattinger Nabu, der die hwg in Naturschutzfragen berät.

Dabei hatten es die Pflanzen nicht leicht, denn kurz nach ihrer Aussaat Anfang Mai 2019 begann die Dürreperiode , die bis in den Spätsommer dauern sollte. „Trotzdem haben schon 2019 ohne jeden Niederschlag, die ersten Pflanzen geblüht. Jahrzehnte lang wurde hier normal geackert, jetzt sollen Insekten und dadurch alle anderen Wildtiere gefördert werden. Eine blütenreiche Wiese, die ein- bis zweimal im Jahr gemäht wird, bedeutet nicht nur einen ästhetischen Genuss, sondern ist effektiver Naturschutz und auch Klimaschutz!“
Nicht nur Bäume speichern CO2 sondern auch Wiesen können im gleichen Maße Kohlendioxid der Atmosphäre entziehen. Allerdings, so die Fachleute, muss sie entsprechend gepflegt werden, damit sie langfristig eine gute Humusschicht erzeugen kann.
Die bunte Kämpchenwiese“ befindet sich auf der Nordseite des Wäldchens Schlangenbusch zwischen den Straßen Hölter Busch und Pannhütter Straße. Die Naturschützer bitten alle Menschen, die Wiese nicht zu betreten, was sich auch wegen der vielen Zecken in diesem Jahr nicht empfiehlt.

Wer die Blütenpracht erleben möchte, sollte die nächsten Tage nutzen, denn in der zweiten Juniwoche wird gemäht. „Um die Verdichtung gering zu halten wird ein kleiner Traktor eingesetzt. Gemäht wird von innen nach außen, damit die Tiere flüchten können und gemäht wird in zwei Etappen um die Tieren Zeit zu lassen, sich in den mehrjährigen Blühstreifen am Rande zu retten."


QUELLE: NABU Hattingen

Kontakt: Thomas Griesohn-Pflieger 

Fotos: NABU-Hattingen.de